Gemeinde-&Vereinshaus Briesen (Mark)

Es gibt eine uralte Legende, die in Briesen (Mark) seinen Ursprung hat.

Sie erzählt vom Krieg zwischen Preußen und Russland, vom Anbau der Kartoffel in Brandenburger Provinzen und vom König Friedrich II.(der Große), der von 1712 bis 1786 lebte und von der Gastfreundschaft und dem Erfindungsreichtum in Briesen.

 

Der 1. Preußenkönig wurde 1701 bis 1713 Friedrich I., der als Kurfürst Friedrich III. in Briesen den legendären 66-Ender erlegte. Von 1713 bis 1740 regierte sein Sohn Friedrich Wilhelm I.(Soldatenkönig) und von 1740 bis 1756 sein Enkel Friedrich II. als König von Preußen.

König Friedrich II. hatte in Preußen den Spitznamen „der alte Fritz“ und führte im siebenjährigen Krieg sein Heer gegen Russland, Frankreich und Österreich.

 

Heere, die mit Russland im Krieg lagen (wie auch Napoleon), zogen meist durch Briesen und hinterließen fürchterliche Spuren. Es gibt aber auch Erzählungen, die am geschichtlichen Rand spielten und zur Legenden wurden.

 

Es war der 17. August im Jahre 1759, als das Preußische Heer auf dem Rückzug von Osten nach Fürstenwalde war. Zu dieser Zeit standen in Briesen nur wenige Hütten in denen täglich ein Feuer brannte. Die Bewohner waren arm und eigentlich interessierte sich kein Mensch für die Briesener.

 

Doch der König machte Rast in Briesen (Mark) und entdeckte auf einem Feld Kartoffelpflanzen. Seit einiger Zeit bemühte sich schon Friedrich II. um den Anbau der Kartoffel in seinem Land, das aus märkischer Sanderde (Streusandbüchse) bestand. Jedoch wollten die eigensinnigen Bauern keine Kartoffeln, weil sie ihnen fremd waren. Außerdem trägt die Kartoffelpflanze (Solanum tuberosum) giftige und grüne Beeren. Das war für die Landbevölkerung sehr irritierend.

Im 16. Jahrhundert brachten spanische Eroberer das Gewächs aus Südamerika nach Europa mit. Über Italien, vor allem in Frankreich und Belgien breitete sich die Feldfrucht als Nahrungsmittel aus. Der Name kommt somit auch aus dem französischen Sprachraum: „Pomme de terre“ und bedeutet Erdapfel. Die Knollen waren viel kleiner als heute, hatten eine unregelmäßige Form und eine unschöne, dunkle Farbe und sahen eher aus wie billige Trüffel. Der Geschmack ist nicht überliefert, doch ist anzunehmen, dass die gekochte Knolle eigenwillig schmeckte.

 

Friedrichs Kartoffel-Propaganda verhallte jedenfalls und umso erfreuter war er, als er tatsächlich Kartoffelfelder in Briesen sah. Er erkundigte sich nach dem Landwirt und ihm wurde berichtet, dass es angeblich Einwanderer aus Süddeutschland (Pfalz) waren (nach Angaben von Dr. Ulrich Mohl und Louis Holm), die ihre neuartige Hackfrucht schon vor Jahren importierten. Friedrich war beeindruckt und sparte nicht mit Lob für die tüchtigen Bauern. Die Gastfreundschaft in Briesen war schon damals tief in der Bevölkerung verwurzelt und so mühte sich die Wirtsfrau um ein köstliches Kartoffelmahl für den königlichen Gast. Nun liegt es in der Natur dieser einfachen und neuartigen Hackfrucht, keinen hochwertigen Kochgenuss zu erzeugen. Kartoffeln wurden einfach nur gekocht oder mit viel Zeitaufwand in Asche gebacken. Zeit war knapp und gekochte Kartoffeln sind für den königlichen Gaumen einfach nicht würdig.

Schnell dachte die Frau über die mögliche Zubereitung nach. Es musste schnell gehen und irgendwie auch schmecken.

Die tüchtige Frau spaltete die rohen Kartoffeln in jeweils vier Teile und gab sie in siedendes Schmalz, um eine kräftige Geschmacksnote zu erzeugen. Mit dunklem Bier wurden die leicht gesalzenen Kartoffelstückchen dann serviert.

 

Nach der Überlieferung soll es dem König ausgezeichnet gemundet haben und er verlangte sogar einen Nachschlag. Für Friedrich blieb es unter dem Namen „Briesener Kartoffel“ im Gedächtnis und er führte das Gericht in den deutschen Königs- und Fürstenhäusern unter „Pommes de terre á lá Fréderic“ ein.

Für die Briesener blieben es die „Pommfritz“ oder „Pommes Fritz“ und im Laufe der Zeit wurden die Kartoffelgerichte verfeinert.

 

Die Kartoffel wurde nach und nach zum Hauptnahrungsmittel in weiten Teilen Europas und die Zubereitung der Knolle wurde vielfältig und regional unterschiedlich.

 

Als die „Pommes Fritz“ später in Frankreich und Belgien ankamen, wurde aus „Fritz“ das französische Wort „frit“, was gebraten heißt. Nun glaubten die Belgier, dass sie die

„Pommes frites“ auch erfunden hätten, denn die Legende vom „Pommes Fritz“ war ihnen unbekannt und so wurde sie im Laufe der Geschichte fast vergessen.

 

Heute sind alte und neue Aufzeichnungen bekannt, in denen die Legende beschrieben ist. Der Hofmaler Robert Warthmüller hielt die Szene 1866 sogar in einem Gemälde fest.

In Briesen lebte die alte Geschichte unverändert bis heute weiter und wird von Generation zu Generation erzählt, denn hier weiß jedes Kind, dass die „Pommes Fritz“ in Briesen erfunden wurden.

 



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